ExpertenBlick

Foto von Elisabeth Bouhadana

Elisabeth Bouhadana, Global Director für wissenschaftliche Kommunikation bei L’Oréal Paris

Mit einem Abschluss in Enzymologie an der Universität Paris XI Orsay, einer Ausbildung am Institut de chimie des substances naturelles (ICSN) in Gif-sur-Yvette sowie einem Studium im Bereich Innovation & Technology Management verfügt Elisabeth über eine beeindruckende Ausbildung. Sie ist seit über 17 Jahren in der L’Oréal-Gruppe tätig und hat sich zunächst auf die Hautpflege in den Chevilly-Larue-Hautpflegelabors spezialisiert. Anschließend wechselte sie in den Bereich Entwicklung und arbeitete an einer Reihe professioneller ästhetischer Verfahren für Dermatologen. Danach übernahm Elisabeth die Rolle des Direktors für wissenschaftliche Kommunikation bei Innéov, einem Gemeinschaftsunternehmen von L’Oréal und Nestlé, das sich auf Nahrungsergänzungsmittel für Haut und Haare spezialisiert hat, bevor sie 2012 zum internationalen Team von L’Oréal Paris als Global Scientific Communications Director kam.

Arbeitserfahrungen

  • 2012 - dato

    Global Director für wissenschaftliche Kommunikation

    bei L’Oréal Paris

  • 2007 - 2012

    Global Director für wissenschaftliche Kommunikation

    bei innéov

  • 2003 - 2007

    Marketing Manager für Produktentwicklung

    bei La Roche-Posay

  • 1997 - 2003

    Labor-Koordination im Hautpflegelabor für die Produktentwicklung

    bei L’Oréal

ELISABETH IM INTERVIEW

Wie testen Sie die Sicherheit Ihrer Produkte?

L’Oréal hat eine strenge, forschungsgestützte Vorgehensweise, um die Sicherheit der Produkte zu testen. Schon sehr früh, lange bevor das Thema Tierversuche von der Gesetzgebung adressiert oder von der Öffentlichkeit aufgezeigt wurde, hat L’Oréal neue Methoden entwickelt, um nicht mehr an Tieren testen zu müssen.

Seit den 1970er Jahren umgibt sich L’Oréal mit den besten Experten auf dem Gebiet der Hautbiologie, die die menschliche Haut im Labor rekonstruieren und zuverlässige In-vitro-Modelle bieten, an denen die Sicherheitstests statt an Tieren durchgeführt werden. Diese alternativen Tests, die seither von den europäischen Behörden anerkannt wurden, werden von L’Oréal Paris seit 1989 eingesetzt. L’Oréal hat daher bei der Entwicklung alternativer Methoden eine Vorreiterrolle gespielt.

Blattwerk

Eignen sich Ihre Produkte für empfindliche Haut?

Der Großteil der Pflegeprodukte von L’Oréal Paris ist – sofern nicht anders angegeben – für sensible Haut geeignet. Die Rezepturen werden unter realen Anwendungsbedingungen und dermatologischer Aufsicht von Testpersonen verwendet, von denen einige empfindliche Haut haben (77 % der Pflegeprodukte für die Haut werden an 30 % der Probanden getestet, die sensible Haut haben).

Die Verwendung von Konservierungsstoffen in Kosmetika wird oft angeprangert: Wie stellen Sie die gute Haltbarkeit Ihrer Produkte sicher?

Wir gehen nie Kompromisse bei der Qualität und Sicherheit unserer Produkte ein, und dazu zählt auch der Schutz vor mikrobiellen Verunreinigungen, die zu schweren Hauterkrankungen führen können. Wir haben eine Auswahl aus allen Konservierungsstoffen getroffen, die gemäß den verschiedenen Gesetzen zugelassen sind. Tatsächlich besteht angesichts der immer kürzer werdenden Liste zugelassener Konservierungsstoffe das Risiko, dass Allergien über alle Branchen hinweg zunehmen werden.

Weitere Schritte, die in Zukunft umgesetzt werden, sind eine Optimierung der Verpackung – zum Beispiel Vorrichtungen ohne Luftaufnahme oder Einzeldosen, wo dies möglich ist – und wir haben gerade einen neuen Konservierungsstoff mit ausgezeichnetem Sicherheitsprofil patentieren lassen.

Creme

Die Konsumentinnen und Konsumenten verlangen noch mehr Transparenz bei den Duftstoffen. Was tun Sie in diesem Bereich?

Duftstoffe tragen zu unserer Lebensqualität, unseren Emotionen und zur sensorischen Vorliebe für Produkte bei. Wir verwenden hochwertige Inhaltsstoffe (IFRA-Standards) und verlangen von unseren Lieferanten Sicherheitsdossiers, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen und die wir intern noch ergänzen. Die 26 kennzeichnungspflichtigen Duftstoffe, von denen die meisten in der Natur vorkommen, erscheinen auf dem Etikett, damit die Konsumentin oder der Konsument eine fundierte Entscheidung treffen kann.

leere Petrischale

Während Lichtschutzfaktoren Konsumentinnen und Konsumenten vor den Einflüssen der Sonne schützen sollen, werden sie manchmal beschuldigt, Allergien auszulösen oder hormonell aktiv zu sein. Woran kann man sich hier orientieren?

Lichtschutzfilter sind auf der ganzen Welt kontrollierte Inhaltsstoffe mit Sicherheitsdossiers, die erst nach jahrelanger Prüfung zugelassen werden. Sie sind sehr nützlich – im Gegensatz zu den Aussagen der Panikmacher, die die Konsumentinnen und Konsumenten durch das Verbreiten unbegründeter Gerüchte davon abhalten, sich zu schützen, anstatt sie dazu zu animieren. Wir verwenden in unseren Kosmetikprodukten eine begrenzte Anzahl an Lichtschutzfiltern, die alle nach gründlicher Prüfung durch wissenschaftliche Expertenausschüsse die Zulassung der internationalen Regulierungsbehörden erhalten haben. Bei manchen Konsumentinnen und Konsumenten können Allergien auftreten, diese sind aber sehr selten. Unsere exklusiven Filter (Mexoryl SX und XL) haben ein einwandfreies Sicherheitsprofil und es gibt keinerlei Kontroversen bezüglich ihrer Sicherheit. Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand gibt es keinen Zusammenhang zwischen unseren Sonnenschutzfiltern und negativen Auswirkungen auf den Menschen durch Störung der Hormonsysteme. In jedem Fall gibt es die meisten unserer Pflegeprodukte ohnehin mit oder ohne UV-Filter, um die sensorische Qualität unserer Texturen nicht zu beeinträchtigen.