Das Experten-Interview
mit Dr. med. Sabine Zenker

Lesen Sie jetzt das Experten-Interview mit unserer Dermatologin Dr. med. Sabine Zenker und erfahren Sie alles über das Wundermittel Hyaluronsäure [HA], seine Eigenschaften und seinem Einsatz in der Anti-Aging Pflege.

Was sind die wesentlichen biologischen Eigenschaften der Hyaluronsäure und welche Rolle spielt sie in der Haut?

Hyaluronsäure ist ein körpereigener, wesentlicher Bestandteil unserer Haut und unseres Bindegewebes. Es handelt sich um ein langkettiges Zuckermolekül, das große Wasserspeicher-Kapazität hat und somit wesentlich für eine elastische und pralle Haut verantwortlich ist. Üblicherweise wird Hyaluronsäure vom Körper selbst produziert; die Fähigkeit dazu nimmt jedoch im Laufe des Lebens ab, der Körper verliert alle 10 Jahre 6 % seines Gehaltes an Hyaluronsäure. So kommt es zu sichtbaren Anzeichen der Hautalterung wie z. B. zur Bildung von Fältchen und einer Abnahme der Hautdichte.

Deshalb ist es so interessant, der Haut Hyaluronsäure von außen zuzuführen, um ihr die fehlende Feuchtigkeit zuzuführen und sie gesünder, frischer und damit auch wieder jünger aussehen zu lassen.

Welche Möglichkeiten existieren heutzutage, die Haut wieder aufzupolstern?

Um bei der Hyaluronsäure zu bleiben: Man kann der Haut Hyaluronsäure von außen in Form von Seren/Gelen/Cremes/Masken etc. zuführen; dazu muss sie eine bestimmte, hautdurchlässige Molekülgröße haben. Weiter kann man Hyaluronsäure in die Haut einschleusen (Ultraschall, kosmetische Anwendungen) oder diese nach dem Lasern/Needling auf die Haut „painten“. Und man kann die Hyaluronsäure natürlich spritzen: zur Verbesserung der Hautqualität in die obersten Hautschichten (Mesotherapie) und zum Auffüllen von Falten bis hin zum Rekonstituieren des dreidimensionalen Volumenverlustes und zur Gesichtskonturierung in die Unterhautstrukturen.

 

Wie viel Hyaluronsäure wird bei einer durchschnittlichen Unterspritzung verwendet und nach welchen Kriterien?

Das kommt natürlich ganz auf die Indikation (Falten füllen, das Aufpolstern größerer Hautareale, bzw. Gesichtsaufbau, etc.) und die Lokalisation an. Nimmt man z. B. das Auffüllen der Nasolabialfalte mit Hyaluronsäure als Füller, dann kommt man in der Regel mit ca. 1 Milliliter pro Patient zurecht.

Wie reagiert Hyaluronsäure, sobald sie in die Haut injiziert wird? Welche Effekte hat die Unterspritzung?

Hyaluronsäure – die in die Haut direkt gespritzt wird – macht diese sofort praller: zum einen polstert sie die Haut durch ihr eigenes Volumen direkt auf und zudem zieht sie dann Wasser an. Je oberflächlicher man spritzt, desto feiner und weniger viskös muss die Hyaluronsäure sein.

Wer sind die Frauen, die über eine Injektion nachdenken und was sind ihre Hauptsorgen?

Ich denke, jede Frau möchte sich in ihrer Haut wohlfühlen, meist auch zum Alter stehen aber nicht „alt“ aussehen. Meistens ist die Frau in der Mitte ihres Lebens und möchte etwas verbessern, etwas für sich tun. Und dann stehen an erster Stelle typische Probleme, etwas Störendes wie ein „böser Gesichtsausdruck“ oder eine tiefe Falte, die einen müde oder ausgemergelt aussehen lässt.

Die meisten Patienten haben Sorge, dass man sieht, dass etwas gemacht ist. Sie wollen nicht „behandelt“ aussehen, sondern natürlich und frischer. Manchmal sind auch Nebenwirkungen, die logischerweise auftreten können (Schwellung, kleine Blutergüsse etc.), ein großes Problem, weil man dann Spuren kaschieren muss. Denn: es soll ja bloß keiner merken. Und zu guter Letzt ist da noch die Angst vor Schmerzen.

Dr. med. Sabine Zenker, DermatologinMünchen, 09. Juni 2016

Bei mir geht die Spritze nicht unter die Haut.“

Naomi Watts

Tipps von Frau Dr. med. Zenker

  1. Cremen sorgt für Feuchtigkeit.

    Trockene Luft, Sonnenbäder, aber auch die tägliche Reinigung entziehen der Haut Feuchtigkeit. Neben der „Bewässerung“ von Innen muss auch, je nach Hauttyp, Feuchtigkeit von Außen auf die Haut gebracht werden. Damit unsere Haut ihre Schutzfunktion erfüllen kann, muss sie weich und geschmeidig – also gut mit Feuchtigkeit versorgt – sein.

  2. Dampfbad, die Vorbereitung für intensive Pflege.

    Regelmäßige Dampfbäder für die Haut sind wohltuend. Dadurch wird der Haut nicht nur zusätzlich Feuchtigkeit zugeführt, sie reinigen die Haut ebenfalls und regen ihre Durchblutung an und „öffnen die Poren“. Dadurch werden Wirkstoffe besonders gut aufgenommen. Es ist also sinnvoll, eine Maske oder das Auftragen eines Serums mit einem Dampfbad einzuleiten.

  3. Seren für den Wirkstoff-Boost.

    Diese Wirkstoffkonzentrate sorgen für intensive Effekte! Seren werden zusätzlich zur Tages - und oder Nachtpflege verwendet. Sie ziehen schnell ein und können sehr sparsam verwendet werden.

  1. Masken für den Sofort-Effekt.

    Ist ein schneller Frische-Kick vor dem Ausgehen oder nach wenig Schlaf am Morgen gewünscht? Dann hilft eine Gesichtsmaske! Sie macht nicht viel Aufwand und die Wirkung ist sofort sichtbar. Denn durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt der Maske "quellen" die Hautzellen auf, die Haut wird voller, frischer und glatter. Und kleine Fältchen werden so gepolstert.

  2. Nachtcreme, weil die Haut nie schläft.

    Da die Talgproduktion der Gesichtshaut in der Nacht am niedrigsten ist und unsere Haut ja über den ganzen Tag an Feuchtigkeit verliert, sind Nachtcremes notwendig: Sie führen der Haut wieder die notwendige Portion Feuchtigkeit zu. Zusätzlich sind Anti-Aging-Wirkstoffe nachts besonders sinnvoll, da hier die Regenerationsfähigkeit der Haut am Besten ist.

  3. Die Haut auch mal entspannen lassen.

    Stress setzt auch unserer Haut zu. Sonne, Zigarettengenuss, zu wenig Trinken, kein Sport oder Schlafentzug setzen der Haut zu. Aber auch unbewusste Angewohnheiten, wie sich ständig ins Gesicht zu fassen oder die falsche Pflege verärgern die Haut. Um das wieder gut zu machen, sollte man der Haut auch mal eine Auszeit gönnen, etwa durch einen Make-Up-freien Tag.

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